So läuft eine Trainingseinheit ab
Jede Trainingseinheit verbindet Wahrnehmungstraining, Begewegung und gezielte Lernförderung miteinander.
Das Pferd schafft dabei einen motivierenden Rahmen, spricht viele Sinne gleichzeitig an und ermöglicht Lernen in Bewegung.
Ein Einzeltraining dauert 60 Minuten.
1. Ankommen und Begrüßung
Zu Beginn überlegen wir gemeinsam, welches Pferd in der Einheit mitarbeiten soll.
In aller Regel haben die Kinder bereits nach den ersten Einheiten "ihren Pferdeliebling" gefunden. Wir holen das Pferd gemeinsam, putzen es und bereiten es für die Stunde vor.

2. Bewegung und Konzentration
Anschließend starten wir mit einer Bewegungsphase. Häufig arbeiten wir mit einem Parcours aus Elementen der Bodenarbeit. Der Parcours kann gemeinsam mit dem Kind aufgebaut werden und wird immer neu an das jeweilige Förderziel angepasst. Bewegung, Orientierung und Konzentration werden so miteinander verbunden.
3. Wahrnehmungstraining
In die Bewegungsaufgaben integriere ich gezielt Übungen zur visuellen und auditiven Wahrnehmung, Merkfähigkeit, Konzentration und Raumorientierung.
Das Kind nimmt Informationen auf, verarbeitet sie, erinnert sich und setzt sie handelnd um. Durch die Verbindung mit Bewegung und Pferd entstehen abwechslungsreiche Lernsituationen, in denen wichtige Grundlagen für erfolgreiches Lesen, Schreiben und Rechnen gefördert werden.


Hier: Raum-Lage-Orientierung
4. Gezieltes Symptomtraining
Darauf aufbauend erfolgt das gezielte Training in Deutsch oder Mathematik. Die Aufgaben orientieren sich am individuellen Lernstand und an den konkreten Schwierigkeiten des Kindes. Je nach Bedarf arbeiten wir an der Buchstaben-Laut-Zuordnung, Silbenlesen, sinnerfassendem Lesen oder am Mengenverständnis, an Zahlbeziehungen und der Orientierung in unterschiedlichen Zahlenräumen.
Auch diese Lerninhalte werden mit Bewegung, Handlung und dem Pferd verbunden.

Hier: Zahlen angeln-Zahlbeziehungen verstehen

5. Abschluss und Erfolg erleben
Zum Ende der Stunde nehmen wir uns Zeit für einen ruhigen Abschluss. Wir schauen gemeinsam darauf, was gut gelungen ist, versorgen das Pferd und beenden die Stunde mit einem positiven Erlebnis.




Ein Blick in die Praxis

Sommer, Eis & Silbenlesen
Bei dieser Trainingseinheit stand das Silbenlesen und die phonologische Bewusstheit im Mittelpunkt. Das Trainingskind besucht die 2. Klasse.
Im Parcours waren verschiedene sommerliche Bildkarten verteilt. Gemeinsam mit ihrem Lieblingspferd Goldvin suchte das Kind die einzelnen Bilder, benannte die Wörter und ordnete den passenden Artikel zu.
Dabei wurden gleichzeitig visuelle Wahrnehmung, Merkfähigkeit und Konzentration gefördert.
Anschließend wurden die Wörter in Silben zerlegt und geklatscht. Die einzelnen Silben waren als Eiskugeln in der Reithalle verteilt. Das Kind sammelte die passenden Silben ein und setzte daraus auf einem Eishörnchen das vollständige Wort zusammen.
Sommerwörter im Parcours
Silben als Eiskugeln
Lernen in Bewegung
Wahrnehmungstraining, Bewegung mit dem Pferd und Symptomtraining greifen dabei nahtlos ineinander.

Was wird konkret gefördert?
Das 3-Säulen-Modell am Beispiel :
"Sommer, Eis & Silben"
Was wird gefördert?
Koordination, räumliche Orientierung, rhythmische Bewegung, Motivation
Visuelle Wahrnehmung, Raum Lage Orientierung
Wortschatzarbeit, Sicherheit im Gebrauch der Artikel
Raum Lage Orientierung, visuelles Gedächtnis, Konzentration
Phonologische Bewusstheit, Wahrnehmung der Wortstruktur, Silbensegmentierung
Silbenerkennung und -unterscheidung, visuelle Wahrnehmung, zielgerichtete Bewegung, Raum Lage Orientierung
Wörter zerlegen und aus einzelnen Silben wieder zusammensetzen, Rechtschreibtraining
Säule
Bewegungstraining
Wahrnehmungstraining
Symptomtraining
Wahrnehmungstraining
Symptomtraining
Symptomtraining
Wahrnehmung
Bewegung
Symptomtraining
Was macht das Kind?
Das Kind führt das Pferd durch
den aufgebauten Parcours.
Es sucht an den Stationen
versteckte Bildkarten.
Es findet z.B. die Melone und
benennt das Wort mit dem
passenden Artikel.
Es merkt sich, welches Bild an
welcher Station lag.
Es spricht "Melone", klatscht
Me-lo-ne und bestimmt die
Anzahl der Silben.
Es sucht die passenden
Eiskugeln mit ME-LO-NE
und sammelt sie mit dem
Pferd ein.
Es bringt die Eiskugeln
zur Eisdiele, ordnet sie
und setzt ME-LO-NE
als Wort zusammen.
Individuell angepasst (im oben dargestellten Praxisbeispiel für ein Kind im 2. Schuljahr):
Anzahl und Schwierigkeitesgrad der im Parcours eingesetzten Aufgaben und Karten orientieren sich am individuellen Ist-Stand des Kindes und an seiner persönlichen Null-Fehler-Grenze. So wird die Förderung weder über- noch unterfordernd gestaltet und kann Schritt für Schritt angepasst werden.













